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Buchhandlung Neugebauer

Rezensionen

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Brunnenleich
von Ilona Schmidt
Brunnenleich 21. August 2018
von dorli
Coburg. Während des Schlossplatzfestes wird im Herzog-Alfred-Brunnen die Leiche einer Frau entdeckt. Maria Dolores Enrico aus der Dominikanischen Republik wurde ermordet, wie die Obduktion ergibt. Das Team um Kriminalrätin Maximilia Frohn und Kommissar Richard Levin nimmt die Ermittlungen auf und muss schnell feststellen, dass dieser Fall rätselhafter ist, als zunächst angenommen, denn bei Maria handelt es sich um die tot geglaubte Melinda Hauptmann, die vor 17 Jahren während eines Segeltörns in der Karibik angeblich von ihrem Mann Walter über Bord geworfen wurde…

Ilona Schmidt versteht es mit ihrem angenehm zu lesenden Schreibstil ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Schnell ist man mittendrin im Geschehen und erlebt nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die persönlichen Probleme sowie das Miteinander und das Gegeneinander der Akteure hautnah mit.

Der Aufbau des Krimis hat mir besonders gut gefallen – sowohl die Aufteilung in drei Perspektiven (Walter, Maxi, Richard) wie auch der Verlauf der Handlung auf unterschiedlichen Zeitebenen.
Walters Part beginnt mit dem für ihn so verhängnisvollen Segeltörn. In weiteren Rückblenden erfährt der Leser, was Walter über die Jahre hinweg erlebt hat bzw. was er während seiner Inhaftierung in der Karibik und danach erdulden musste.
Maxi hat sich erst vor wenigen Wochen von München nach Coburg versetzen lassen und die Leitung des Kommissariats übernommen. Sie hat sich bisher weder in Coburg eingelebt noch in ihrem neuen Aufgabengebiet richtig Fuß gefasst und man merkt ihr ihre Unsicherheit aufgrund mangelnder Routine deutlich an.
Richard ist ein Ermittler, wie man sich ihn vorstellt: scharfsinnig und akribisch. Er kommt mit allen Kollegen bestens aus, nur Maxi steht er zwiespältig gegenüber – es ärgert ihn, dass man ihm jemanden mit so wenig Erfahrung vor die Nase gesetzt hat, dennoch fühlt er sich zu ihr hingezogen.

Der Fall um die ermordete Melinda Hauptmann ist knifflig. Immer neue Fakten und Ereignisse halten die Handlung bis zum dramatischen Finale lebendig und haben mir genauso wie die zahlreichen im Verlauf des Krimis auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben.

Ilona Schmidt kann auch mit einer großen Portion Lokalkolorit punkten. Dank der detailreichen Beschreibungen kann man sich die Schauplätze in und um Coburg prima vorstellen.

„Brunnenleich“ hat mir sehr gut gefallen - ein Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.


MEG
von Steve Alten
Toller Hai-Horror -> spannend, interessant, blutig und mit Actionszenen. Für Lesen am Limit empfehle ich dieses Buch im Strandurlaub zu lesen *g* 21. August 2018
Im Marianengraben südwestlich von Burma hat »Carcharodon megalodon« überlebt - MEG, ein Vorfahre des weißen Hais und eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte. Der Herrscher der Meere, eine Killermaschine. Jonas Taylor, ein berühmter Tiefseeforscher, ahnt es. Auf einer Tauchstation in ozeanischen Tiefen stellt sich heraus, wie recht er hat. MEG gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo der gigantische Hai fortan sein Unwesen treibt. Die Jagd beginnt - und dieses Mal ist der Mensch das Opfer....(Klappentext)

✺✺✺✺✺✺✺✺✺✺

"Warmes Wasser strömte in das leicht geöffnete Maul, das sich scheinbar zu einem grausamen, gezackten Grinsen verzogen hatte.
Über dem Zahnfleischrand ragten die Spitzen von zweiundzwanzig rasiermesserscharfen Zähnen hervor, mit denen der Räuber seine Beute packte.
Im Oberkiefer steckten weitere vierundzwanzig Zähne, wesentlich größere und breitere Waffen,
von der Natur dazu vorgesehen, Knochen, Sehnen und Speckschichten zu durchbohren."
(S. 49)

Das Buch ist in zwei Teile geteilt:

Hier muss man anfangs etwas Geduld mitbringen, denn auf den ersten 50 Seiten erhält man zwar unter anderem Einblicke in die verschiedenen Handlungsstränge und Charaktere, aber es lassen einem auch einige technische und wissenschaftliche Ausführungen gähnen. Zumindest war dies bei mir der Fall. Das technische Nackerpatzl in mir interessiert sich nämlich keineswegs für den Aufbau eines Tiefseebootes, dessen Instrumente und wieviel Bar Druck es aushält. Ich kann damit so gar nichts anfangen.
Was ich jedoch durchaus interessant fand, war der Aufbau und die Geschichte des Marianengrabens mit den darin lebenden Meeresbewohnern. Ebenso erfährt man interessante Fakten über Haie allgemein und wie es möglich ist, dass ein Megalodon-Weibchen und auch ein Kronosaurus bis heute darin überleben konnten. Letzteres natürlich nur fiktional...hoffen wir zumindest mal *g*.
Im ersten Teil erfolgt aber auch der erste mehr oder weniger glimpflich verlaufende Kontakt mit dem Megalodon-Weibchen und die Spannung steigt langsam an.

"Vierzig Minuten später saß Jonas Taylor in der SEA CLIFF und ging wie gewohnt seine Checkliste durch -
für einen Tauchgang, der sein ganzes restliche Leben prägen würde."
(S. 25)

Forscher an Bord der Tallman haben den ersten Kontakt, zumindest vermuten sie, dass es sich im Sonar um diese prähistorische Spezies handelt. Diese Vermutung genügt jedoch schon, um bei den Forschern den Jagdinstinkt zu kitzeln und sie beschließen dieses Monstrum von Hai an die Oberfläche zu locken.
Näheren Kontakt hat hingegen der Tiefseeforscher Jonas Taylor, der sich mit zwei Wissenschaftler in einer geheimen Marine-Expedition befindet und mit ihnen in einem Tiefseetauchboot hockt, um Bodenproben aus dem Marianengraben zu bergen. Dabei erwecken sie kurz die Aufmerksamkeit des gleichen Megalodon-Weibchens, konnten sich jedoch, durch das Abschalten der Motoren und Lichter, dieser Aufmerksamkeit nur knapp entziehen....nicht jeder überlebte diesen dramatischen Tauchgang.

Mit dem 1. Teil wird der Leser quasi auf das was folgen wird vorbereitet.

Im 2. Teil (ab ca. S. 90) beginnt der eigentliche Roman, bzw. die Story. Es sind 7 Jahre vergangen und Taylor, nun Paläontologe, musste aufgrund des mißglückten Tauchganges und seiner Aussage ein riesiger Hai hätte sie angegriffen, einen 3-monatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung über sich ergehen lassen. Damals wurde er unehrenhaft aus der Marine entlassen. Immer noch davon überzeugt, dass das Tiefseeboot von einem Megalodon angegriffen wurde, beschäftigt er sich seither eingehend mit der These, weshalb das Megalodon überlebt haben könnte. In ein Tiefseeboot ist er seither jedoch nicht mehr gestiegen. Das ändert sich als mehrere unbemannte Forschungstauchboote im Marianengraben völlig demoliert geborgen werden und ihn sein Freund Tanaka um Hilfe bitte dem nachzugehen.

"Das Megalodon tauchte auf, das Seitenlinienorgan genau auf die Vibration des Motors ausgerichtet.
Das aufgeregte Raubtier beschleunigte immer schneller, die seelenlosen, graublauen Augen rollten in den Schädel, und eine Sekunde später...
WUSCH! Das Meer explodierte, als das Meg durch John Pauls Boot krachte und es zu Kleinholz verarbeitete."
(S. 215)

Auch im 2. Teil muss man sich etwas gedulden, denn hier dauert es etwas bis das Megalodon wieder auftaucht. Dies gestaltet sich jedoch keineswegs langweilig, sondern erhöht in gewisser Weise die Spannung. Immerhin wissen wir Leser ja - das Meg wird auftauchen! Ab diesem Zeitpunkt geht es dann jedoch Schlag auf Schlag. Die Spannung und das Tempo steigen und man fliegt regelrecht durch die Story.

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst plastisch. Alten schafft es wirklich gekonnt Bilder entstehen zu lassen und man spürt regelrecht wann es so weit ist und sich das Megalodon nähert. Ähnlich der typischen Musikuntermahlung bei "Der Weiße Hai" richten sich einem dann die Nackenhaare auf und man kaut den ein oder anderen Fingernagel ab.
Actionszenen und überraschende Wendungen wechseln sich ab und einige der Figuren werden das Ufer nie wieder lebend erreichen....höchstens stückchenweise.
Der Erzählstil und die Story selbst sind absolut packend, die Charaktere authentisch und was mich besonders begeistern konnte war, dass man auch Einblick in die Sicht des Megalodon erhält. Diese Passagen strotzen nur so vor animalischen Instinkt und roher Kraft.

"Als das Megalodon aus der warmen Brühe der Rauchfahne in das eisige Wasser darüber geriet, wirkte die Kälte vorübergehend stimulierend auf seine überhitzten Muskeln.
Es schwamm auf das lästige Piepen der zweiten Drohne zu, wobei es immer weiter aufstieg.
In weniger als einer Minute hatte es bereits dreihundert Meter Höhe gewonnen.
(S. 69)

Fazit:
Trotz der Geduld die man anfangs bei beiden Teilen des Buches aufbringen muss, entwickelte sich dieser Hai-Horror rasch zu meinem persönlichen Sommer-Highlight.
Spannung, Tempo und Action mit blutigen Zwischensequenzen, machen diesen Roman zu einem tollen Lesevergnügen.
Für Lesen am Limit empfehle ich dieses Buch am Strand zu lesen *g*.
Nun bin ich gespannt wie der Film ist...bei FSK ab 12 darf man wohl sich nicht viel erwarten, daher schätze ich, dass der Film ordentlich gekürzt und entschärft wurde.

© Pink Anemone (inkl. Bilder, Leseprobe und Autoren-Info)
Interessante Fakten über Highclere Castle, dem Schauplatz von Dowton Abbey. Leider mit einigen langatmigen Stellen, Abschweifungen und Aufzählungen...Gott, diese Aufzählungen! 21. August 2018
Als die bürgerliche Almina im Alter von 19 Jahren den Grafen von Carnarvon, Herr von Highclere Castle, heiratet und in die Kriese des Adels aufsteigt, scheint ihr Leben perfekt. Als Erbin eines immensen Vermögens und Frau eines Adeligen feiert sie rauschende Feste und hüllt sich in teure Kleider. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nimmt Lady Alminas Schicksal eine unerwartete Wendung und sie muss beweisen, was wirklich in ihr steckt.
Seit 2010 die erste Folge von Downton Abbey in Großbritannien ausgestrahlt wurde, ist das Kostümdrama zu einem TV-Hit geworden. Von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wurde die Serie schnell auch international zu einem Erfolg. Mithilfe von Tagebüchern, Briefen und Fotografien aus dem Archiv von Highclere Castle erzählt die aktuelle Lady von Carnarvon die faszinierende Geschichte von Lady Almina und Schloss Highclere, welches sowohl als Kulisse als auch als Inspiration für Downton Abbey dient...(Klappentext)

♛♛♛♛♛

"Dieses Buch handelt von einer außergewöhnlichen Frau namens Alina Carnarvon,
von der Familie, in die sie einheiratete, von dem Herrensitz, der ihr Zuhause wurde,
von den Menschen, die dort arbeiteten,
und nicht zuletzt von der Verwandlung des Anwesens in ein Lazarett für verwundete Soldaten in der Zeit des Ersten Weltkriegs."
(S. 9 - Vorwort)

Nahezu jeder kennt die historische Serie "Dowton Abbey", doch nur wenige wissen, dass die Serie teils auf wahren Begebenheiten beruht. Das Highclere Castle ist nicht nur der Grundstein für die Geschichten dieser TV-Serie, sondern fungierte gleichzeitig auch als Schauplatz für "Dowton Abbey".
Die wahre Geschichte von dem wahren Dowton Abbey, ergo dem Highclere Castle, und seinen Herrschaften wird in diesem Buch erzählt. Dies erfolgt von der derzeitigen Herrin, Countess of Carnarvon, höchstselbst. Diese stellt bereits im Vorwort klar, dass dieses Buch weder Biografie, noch ein Roman ist. Es ist eine Erzählung über die Geschichte dieses Hauses, welche durch Briefe, Haushalts- und Tagebücher rekonstruiert wurde.

Im Mittelpunkt steht hier Lady Almina, die uneheliche Tochter und Erbin des berühmten Bankiers Alfred de Rothschild. Sie heiratete den 5. Earl of Carnarvon, welcher für die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun, gemeinsam mit Howard Carter, bekannt war und noch immer ist. Und mit ihr beginnt die Geschichte des Highclere Castle.

♛♛♛

Kapitel:

Glanz und Gloria
Willkommen im Highclere
Almina, die Debütantin
Ein Triumph für ihre Ladyschaft
Das Leben im unteren Stockwerk
Festlichkeiten
Ägypten zur Zeit Edwards VII.
Das Ende des Goldenen Zeitalters
Der Sommer 1914
Der Ruf zu den Waffen
Das verlorene Paradies
Kriegshelden
Ei Krankenhaus im Umbruch
Tod in den Schützengräben
Dunkle Zeiten
Das ersehnte Ende
Vom Krieg zum Frieden
Zurück zu Glanz und Gloria
"Wunderbare Dinge"
Der Vorhang fällt
Erbe

Epilog
Danksagung
Niederschrift der Briefe
Bildnachweise
Bibliografie

♛♛♛


Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich eher holprig. Hier wird nämlich, neben der Geschichte von Alminas Einzug und verschiedenen Familienverstrickungen, auch unheimlich viel aufgezählt und dabei ins Detail gegangen - welche Kleidung Almina wann trug und wie diese genau ausgesehen hat, Blumenarrangements und Menüpläne. Ich hatte das Gefühl einem monoton daher sprechenden Moderator bei einer Royalen Hochzeit zuhören zu müssen.
Erst ab dem 5. Kapitel wurde es interessanter. Hier erhält man Einblick in das Leben der Bediensteten - von der Hierarchie angefangen, bis hin zu deren Aufgaben.

"Einige der jüngeren Dienstmädchen teilten sich ein Zimmer zu zweit.
Die Schlafzimmer waren nur zum Übernachten da, denn für die Freizeit gab es einen Gesinderaum und ein gemeinschaftliches Wohnzimmer,
Privatsphäre wurde der Dienerschaft nicht zuerkannt."
(S. 59)

Der Schreibstil ist flüssig und die verschiedenen Erzählungen interessant - Erzählungen über den Tod Königin Victorias und den Wechsel in das Edwardianische Zeitalter, über die Leidenschaft des Earl of Carnarvon zu Automobilen und der Geschwindigkeit dieser, sowie dessen Autounfall von dem er sich nie ganz erholte, von den unzähligen Reisen der Carnarvons nach Ägypten und die Ausgrabungen, viele davon mit Carter und schließlich der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns. Über das politische Engagement Alminas, bei dem sie sich für die Rechte der Armen stark machte, sowie ihr Interesse an der Krankenpflege und der Medizin im Allgemeinen. Sie wurde sogar Schirmherrin des Cold Ash Hospitals. Als der Erste Weltkrieg England erreichte, wurde Highclere Castle kurzerhand in ein modernes Lazarett verwandelt.
Hochzeiten, Festlichkeiten, Geburten und Tode - das Haus hat viel gesehen.
Dies und noch viel mehr erfährt der Leser und dabei entdeckt man einige Geschichten, welche vom Regisseur von "Downton Abbey" aufgegriffen wurden.

"Als sie am 25. Juli in London eintrafen, hatten sie eine Zeitung im Gepäck,
die von dem Ultimatum berichtete, das Österreich nach der Ermordung des Erzherzogs Serbien gestellt hatte,
Winifred schrieb an Lord Carnarvon, es sei
>>Der letzte Sonntagmorgen der alten Welt<< gewesen."
(S. 120)

Es wird auch allgemein etwas auf historische Ereignisse eingegangen, die Einfluß auf Highclere Castle hatten. Vor allem der Erste Weltkrieg nimmt viel Raum ein (ganze 8 Kapitel!), welche ich anfangs noch interessant fand, doch nach unzähligen Seiten wurde es doch sehr ermüdend. Da gibt es andere Bücher, die dies ausführlicher und wesentlich interessanter an den Leser bringen. Ich bin normalerweise absolut keine Querleserin, aber hier wird man zuweilen regelrecht dazu animiert. Die heutige Lady Carnarvon hat nämlich, wie schon anfangs erwähnt, eine Vorliebe alles mögliche aufzuzählen und zu beschreiben, sei es die Blumenarrangements, Kleidung, 10-Gänge Menüs und vor allem Personen. Wenn bei einem Ereignis 20 Personen beteiligt waren, so werden diese natürlich auch alle aufgezählt. Personen die im Grunde völlig unwichtig sind, da diese nie wieder im Buch auftauchen. Da die Carnarvons natürlich sehr viele Personen kannten (vermutlich waren das damals durchaus wichtige Personen und die Erben sind es wohl noch heute) und beliebt waren, kam dies leider nur allzu oft vor.

Die Autorin scheint durchaus viel recherchiert zu haben und fördert dadurch interessante Fakten und Begebenheiten zu Tage, leider schweift sie auch nur allzu gerne ab. Ich musste mich manchmal regelrecht dazu zwingen in diesem Buch zu lesen, da es nie lange dauerte, bis langatmige Stellen oder absatzlange Aufzählungen auftauchten.

"Im Schloss und auf dem Gut leben heute Familien, die hier schon seit Generationen ihr Zuhause haben.
Sie sind die Hüter der Geschichten ihrer Vorfahren."
(S. 274)

Fazit:
Als Dowton Abbey-Fan fand ich viele Erzählungen durchaus interessant und fesseln, doch nur allzu oft tauchen langatmige Stellen mit Abschweifungen und/oder Aufzählungen auf (Gütiger Himmel - diese Aufzählungen...arrgh!), die mein Lesevergnügen beeinträchtigten oder überhaupt in den Keller sacken ließen. Weniger ist eben oft mehr.
Trotzdem habe ich so manche Passagen genossen und habe wieder Lust bekommen "Downton Abbey" zum wiederholten Male anzusehen, nur um herauszufinden, welche Parallelen sich darin noch zu Highclere Castle verstecken.

© Pink Anemone
Eine zweigeteilte Gesellschaft 21. August 2018
von Cyrana
In einer Welt, in der jeder Mensch, der nicht über "Geschick" verfügt oder zu den sogenannten "Ebenbürtigen" gehört, muss jeder sich für 10 Jahre als Sklave verpflichten. Wann ist der ideale Zeitpunkt dafür? Wohl nie, aber wenn man keine Wahl hat...
Die Eltern von Abi, Luke und Daisy entscheiden sich, diese Zeit als Familie zu verbringen. Abi ist gerade mit der Schule fertig und hat sich auf ein Medizinstudium gefreut, Luke hat mit seinen 17 Jahren die Schule noch nicht beendet und Daisy ist erst 10 Jahre alt. Doch Abi ist schlau und hat für ihre Familie einen Antrag gestellt, die Jahre auf dem Landgut Kyneston zu verbringen, da Landarbeit nicht so furchtbar klingt wie die Arbeit in einer der Sklavenstädte wie Millmoor. Doch der Plan misslingt, denn Luke wird von seiner Familie getrennt und nach Millmoor geschickt, obwohl Minderjährige eigentlcih nicht von ihrer Familie getrennt werden dürfen.
Doch wem wird es besser ergehen? Ist die Arbeit auf Kyneston angenehmer oder gibt es doch auch Vorteile in Millmoor, eine Stadt, die an die schlimmste Zeit der Industrialisierung denken lässt. Denn die Familie Kyneston mit ihren drei Söhnen ist auch nicht einfach. Vor allem der jüngste Sohn besitzt großes "Geschick", aber auch der Älteste ist mit seinen Wutanfällen nicht zu unterschätzen.

Eine Geschichte, die immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und somit einen guten Einblick in diese Gesellschaft und die Charaktere des Buches bietet. Gerade am Ende passiert noch sehr viel und so bleiben viele offene Fragen für die Fortsetzung, auf die ich mich schon freue.

Safe
von Ryan Gattis
Eine Gangster-Aussteigergeschichte im Gangsterstyle in einer Gangsterwelt. Gangstermäßig gut! 21. August 2018
Okay, "In den Straßen die Wut" ist um einen Tick besser als "Safe" zu lesen. Aber Ryan Gattis beweist wieder sein Können: Sein Thema ist Programm, von der ersten bis zur letzten Seite. Knallhart bleibt er an diesem Thema dran, lässt es nicht los, zieht es voll durch. Dieses Mal lautet es: Gangster.

Ghost ist Tresorknacker für die Polizei. Wie ein Geist kommt er mit geschwärzten Nummerschildern daher, geht rein, öffnet den Safe, geht wieder raus, ist weg.
So war er nicht immer. Früher war ein Junkie, verliebt in eine todkranke Frau, die starb, und als Stimme auf einen Tape ihn noch heute begleitet.
Nun ist sein Gehirntumor zurück und er wünscht sich nur eines: einen sauberen Abgang. Also knackt er wieder einen Safe und klaut daraus eine Menge Kohle. Die ist nicht für ihn, sondern für Leute, die das Geld dringend brauchen. So als gute Tat an seinen letzten Tagen.

Natürlich lassen sich Drogenbosse nicht so einfach beklauen. Hier kommt Glasses ins Spiel, ein Handlanger des Drogenkönigs Rooster, ein Gangster in einer Gangsterwelt. Er soll Ghost suchen, das Geld zurückholen, ein Zeichen setzen.
Doch auch Glasses spielt ein eigenes Spiel, denn hinter seiner finsteren Miene hat er ganz andere Absichten. Er will aussteigen aus der Gangsterwelt. Er hat Familie. Er will alt werden. Auch das lassen Drogenbosse eigentlich zu.

Gattis nimmt den Leser mit in diese Gangsterwelt, lässt die Gangster selbst auftreten und erzählen, so dass ein Gangsterstil entsteht. Das Thema "Gangster" drängt sich in jedes Wort, jede Tat, von Anfang bis zum Ende durch. Da bleibt Gattis sich treu, sein Thema ist Programm, bleibt es von der ersten bis zur letzten Seite und einfach alles - wirklich alles - hat mit diesem Thema zu tun. Wie auch schon in "In den Straßen die Wut" die Wut einfach allgegenwärtig war, so sind es hier Gangster.

Das ist Gattis Markenzeichen. Und das macht er wieder richtig gut. Ein absolut lesenswertes Buch für Gangsterleser!

Tiergeister AG - Achtung, gruselig!
von Barbara Iland-Olschewski
Gruseln kann so schön sein! 21. August 2018
Arik, der Rauhaardackel, ist gestorben und besucht nun gemeinsam mit seinen Freunden die Gespensterklasse in Spuk Ekelburg. Hier lernt er, Menschenkinder zu erschrecken. Aber dies ist überhaupt nichts für Arik. Er möchte lieber mit den Menschenkindern spielen und ihnen helfen, denn die strengen Tiergeisterlehrer wollen die Menschenkinder vertreiben. Werden dies Arik und seine Geisterfreunde schaffen ohne, dass es die Lehrer erfahren? – Lest selbst!

Mit ihrem Band „Achtung, gruselig!“ aus der Reihe „Tiergeister AG“ ist Barbara Iland-Olschewski ein witziges und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Verlag Ars Edition erschienen ist und 155 Seiten umfasst. 
Das Buch ist in großer Schrift und einfach gehaltener Sprache zu lesen. Prima finde ich auch die überschaubare Länge der einzelnen Kapitel. Also absolut für Kinder im Grundschulalter geeignet. 
Passend zur Geschichte sind viele ausdrucksstarke Zeichnungen von der Illustratorin Stefanie Jeschke zu finden.

Die Geschichte um die Tiergeister AG weist viele schöne Ideen auf. Zentral sind im Buch die Themen „Freundschaft“, „Für-einander-einstehen“ und „Zusammenhalt“. Dies wird sowohl unter den Tiergeistern behandelt, unter den Schülerinnen und Schülern, aber auch zwischen den Geistern und Schülern. Toll fanden meine Kinder auch, dass die Tiergeister wirklich Probleme damit hatten, gruselig zu sein und dass sie eine schöne Alternative gefunden haben, nämlich das gemeinsame Gespräch.
Die „handschriftlichen“ Notizen der Geräusche im Buch haben meine Kinder sehr angesprochen. Natürlich mussten sie selbst in sämtlichen Varianten ausprobieren, wie sich wohl die jeweiligen Tiere mit diesem oder jenem Geräusch anhören müssten. Das war ein toller Nebeneffekt beim gemeinsamen Lesen!

Schade fanden wir, dass wir so wenig über Ariks Vergangenheit erfahren haben und manche Geister nur kurz bei ihrem Namen erwähnt wurden. Vielleicht tauchen sie ja in weiteren Bänden auf und eventuell wird es auch einen Band geben, in dem Ariks Vergangenheit behandelt wird. Wir wären sehr gespannt darauf.

Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus, für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, die ein spannendes und lustiges Abenteuer erleben wollen.
Lesespaß ist hier garantiert.
Zauberhaft, einfach nur zauberhaft 21. August 2018

Schlafenszeit. Stille Zeit. Mäuschen, Maulwurf, Pilz und Eule – alle schlafen. Nur Kuno Bär nicht. Wach ist er, knallwach ist er. Das Wort allein schon macht noch wacher als wach. Und weil er nicht schlafen kann, legt Kuno seinen Schal um und tappst ins Freie auf der Suche nach Spielkameraden. Aber alle, alle wollen nur schlafen, Familie Borstelmann genauso wie Dösbert Dachs. So langsam wird es Kuno kalt und das Denken fällt immer schwerer. Und genau jetzt weiß er, wo er hin möchte…
Eine wunderschöne Gute-Nacht-Geschichte hat uns Dagmar Henze hier geschenkt. Auf den liebevoll gestalteten Seiten ist viel, sehr viel zu entdecken. Das Licht der Glühwürmchen lässt die Nacht gar nicht so finster sein. Den Schweinchen-Kindern im Bettchen sieht man das wohlige Schlafgefühl an. Ein vorwitziges Amsel-Kind riskiert neugierig ein Auge. Und all die kleinen Tiere, die vom stolpernden Kuno aufgeschreckt sind… Das genaue Hinschauen und die Begegnung mit den schlafenden Tieren macht nach und nach müde, sehr müde. Und als sich schließlich die letzte Seite des Buches aufschlägt und Kunos seliges Schnarchen ertönt, fallen auch uns die Augen zu.
Ein ganz und gar stimmiges, gefühlvolles Bilderbuch mit Bildern, die das Herz auf- und die Augen zugehen lassen.

Vier.Zwei.Eins.
von Erin Kelly
Erin Kelly spielt mit uns, stellt uns Fallen & führt uns hinters Licht. Wem kann man da noch trauen? 21. August 2018
Bei diesem Buch wusste ich lange Zeit nicht, wie ich es am Ende bewerten würde, weil sich meine Meinung während des Lesens immer wieder verändert hat. Es handelt sich nicht um einen Thriller, bei dem man stetig unter Hochspannung steht und eine Aktion die nächste jagt, aber man kann auch nicht davon sprechen, dass es nicht durchgehend spannend ist, denn obwohl es handlungstechnisch eher ruhig ist lauert doch die ganze Zeit eine unbestimmbare Gefahr unter der Oberfläche. Man wird von der mysteriösen, geheimnisvollen Stimmung eingesogen und hat den ständigen Drang, weiterzulesen, weil man wissen möchte – nein, weil man wissen muss (!) – was sich in der Vergangenheit zugetragen hat.

Neugierig macht schon die interessante Unterteilung des Buches in fünf Abschnitte – die fünf Phasen einer totalen Sonnenfinsternis. Sonnenfinsternisse spielen in diesem Thriller eine große Rolle, denn sie sind in Kits und Lauras Leben ein wichtiger Bestandteil und die einzige Sicherheitslücke. Das Paar hat sich mitsamt Namensänderung und Ortswechsel ein neues Leben aufgebaut, aber ihre Leidenschaft und ihr Interesse für Sonnenfinsternisse führt sie immer wieder an Orte, an denen Beth sie finden kann, denn sie weiß von diesem Interesse. Trotz dieser Ausgangssituation macht sich Kit zu Beginn des Buches auf die Jagd nach der nächsten Sonnenfinsternis und lässt seine mittlerweile schwangere Frau Laura schweren Herzens zurück. Schon hier setzt die unbehagliche Stimmung des Buches ein, denn das kann eigentlich nicht gutgehen.

Die Autorin lässt uns abwechselnd in die Vergangenheit und die Gegenwart eintauchen, mal aus Lauras, mal aus Kits Sicht lesen und wir erfahren dabei nach und nach, was sich damals zugetragen hat, obwohl erst in der Gegenwart alles klar scheint. Die Vergangenheitsszenen haben mir zwei Drittel des Buches deutlich besser gefallen als die Gegenwartsszenen, denn Letztere plätschern lange nur unspektakulär vor sich hin und haben deswegen manchmal meinen Lesefluss gestört, weil die brodelnde Spannung, die in der Vergangenheit aufgebaut wurde, in diesen Passagen wieder gedämpft wurde. Das ändert sich aber, je weiter die Geschichte auf das Ende zusteuert. Ich hatte insgesamt dennoch den Eindruck, dass die Autorin manchmal zu weit ausgeholt und zu viele unwichtige Informationen hat einfließen lassen, was das Lesen manchmal etwas träge gemacht hat. Die zahlreichen Details und Erlebnisse zu den Sonnenfinsternissen fand ich jedoch sehr interessant und haben mir auch ein bisschen Lust gemacht, mich mit diesem Phänomen näher zu beschäftigen.

Über die manchmal etwas ausufernden Beschreibungen lässt sich meiner Meinung nach hinwegsehen, denn die stetig vorhandene „stille“ Spannung lässt trotzdem zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Die Autorin versteht es, den Leser in Fallen zu locken, ihm immer wieder einen Bären aufzubinden und ihn in Richtungen zu lenken, die weit von der Wahrheit entfernt sind. Am Ende sieht man sich mit einer Wahrheit konfrontiert, die überrascht, die alles auf den Kopf stellt und die die eigene Meinung über das Verhalten mancher Personen rückblickend stark verändert. Man muss seinen Eindruck von den Personen immer wieder revidieren, denn man kann zu keinem Zeitpunkt sicher sagen, wem man trauen kann und wem nicht und wer die Wahrheit sagt und wer nicht. Erin Kelly spielt mit dem Leser und ich für meinen Teil bin ihr immer wieder auf den Leim gegangen.

Das wirklich Amüsante an meinem Leseerlebnis war die Tatsache, dass ich eine recht verrückte Theorie während des Lesens aufgestellt habe, an die ich nicht mal selbst wirklich geglaubt habe, weil sie … zu verrückt war. Faszinierenderweise hat sich gerade diese als wahr herausgestellt, wurde von der Autorin aber noch mit Elementen ausgeschmückt, die diese Theorie glaubwürdig und nachvollziehbar machten. Anderenfalls hätte mir diese Wendung wohl nur ein ungläubiges Lachen entlockt. Es war eine Wendung, mit der man wohl nicht wirklich (nicht ernsthaft jedenfalls!) rechnet, die das Buch aber brauchte, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen und das ist der Autorin bei mir auch gelungen.

Fazit

Insgesamt ein handlungstechnisch ruhiger, aber trotzdem spannender Thriller, der manchmal etwas zu weit ausholt, aber überraschende Wendungen, schwer einzuschätzende Charaktere und eine Vielzahl an Geheimnissen bietet, die das Lesevergnügen hochhalten. Mir fehlte zwar das gewisse Etwas, das mich völlig vom Hocker haut, aber ich fühlte mich sehr gut unterhalten und wurde überrascht.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diejenigen, die mit ruhigen Thrillern, bei denen wenig Action, aber stetiges Miträtseln angesagt ist, etwas anfangen können. Ich vergebe 4 Sterne!

Das Anwesen
von Elizabeth Camden
Das Geheimnis um das Anwesen „Dierenpark“ 20. August 2018
von LEXI
„Wir sind die Vandermarks. Und wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Das einsam gelegene Anwesen „Dierenpark“ übt einen gespenstischen Reiz auf die Menschen aus. Das berühmte Gebäude aus dem Jahre 1635 thront auf den Klippen der Granitfelsen in einer abgelegenen Bucht im Tal des Hudson River. Obgleich dessen Besitzer Nickolaas Vandermark es seit sechzig Jahren nicht mehr betreten hat, kümmern sich einige Angestellte darum, Haus und Gartenanlage in Ordnung zu halten. Als im Sommer 1898 plötzlich Quentin Vandermark mit seinem Sohn Pieter auftaucht, bringt er Aufregung und Trubel in das bislang ruhige und gemütliche Leben auf Dierenpark. Die hübsche Sophronia van Riijn, im Buch stets Sophie genannt, hat ohne die Genehmigung der Besitzer eine Wetterstation auf dem Dach der Villa errichtet, und bangt nun zu Recht um ihre Anstellung als Köchin auf dem Anwesen. Ihr unvergleichliches Talent zum Kreieren der köstlichsten Speisen und Backwaren wird lediglich von ihrer großen Leidenschaft für die Meteorologie übertroffen. Sophies größter Wunsch ist es, infolge ihrer langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Wettervorhersage und aufgrund ihres großen Interesses für diese Wissenschaft eine Festanstellung bei der amerikanischen Regierung zu erhalten. Das unerwartete Auftauchen der Eigentümerfamilie und deren Absicht, ihr Anwesen abreißen zu lassen, bringen Sophies ehrgeizige Pläne jedoch ins Wanken. Die hübsche junge Frau möchte den Abriss mit aller Macht verhindern, und im Kampf um die Erhaltung ihres geliebten Dierenpark setzt sie ihre stärksten Waffen ein: ihre weiche, sanfte und warmherzige Art, ihre Fröhlichkeit, ihr sonniges Gemüt und ihr unerschütterliches Gottvertrauen. Der intelligente und vernunftgesteuerte Quentin Vandermark tritt als zynischen Miesepeter ohne Glauben und ohne Manieren auf und macht den großen Fehler, Sophies beharrliche Art zu unterschätzen. Sein Widerstand richtet sich schon bald gegen deren große Anziehungskraft und endet nach und nach in einem Kampf gegen Sophies Charme, ihre Schönheit, ihre Unschuld und ihre warmherzige und fröhliche Art.

Da ich die Bücher der Autorin sehr schätze, hatte ich auch bei dieser Neuerscheinung eine sehr hohe Erwartungshaltung. Um es gleich vorwegzunehmen: Elizabeth Camden hat mich auch diesmal nicht enttäuscht und mir durch ihren wunderschönen Schreibstil, die hervorragende Charakterisierung der Haupt- und Nebenfiguren sowie der Einbindung des christlichen Glaubens im Buch allergrößtes Lesevergnügen bereitet. Die beiden Protagonisten Sophie van Riijn und Quentin Vandermark nehmen den größten Raum ein - man taucht nach und nach in ihre Vergangenheit ein, liest von ihren Sorgen, ihren Hoffnungen und Wünschen. Quentins Sohn, den neunjährigen Pieter, habe ich bereits bei seinem ersten Auftritt in diesem Buch ins Herz geschlossen. Doch auch dem exzentrischen alten Nickolaas Vandermark, einem schwierigen und verschrobenen Mann, der mit fortschreitendem Alter immer paranoider wird, galt meine Sympathie.

Die Autorin beleuchtet das Zusammentreffen der Familie Vandermark mit ihren Bediensteten auf Dierenberg und das Ringen um den Erhalt dieses für das Dorf New Holland so wichtigen Anwesens. Die gruseligen Geschichten um den Fluch der Vandermarks und um unerklärliche Todesfälle werden ebenfalls thematisiert, was zu einem gewissen Spannungsaufbau im Buch beiträgt.

FAZIT: „Das Anwesen“ ist ein weiteres grandioses Werk aus der Feder der amerikanischen Autorin Elizabeth Camden, das mir ausgezeichnet gefallen hat. Ich möchte dieses Buch ganz besonders Lesern mit einem Faible für christliche Romane, für romantische Liebesgeschichten und die Aufdeckung von Familiengeheimnissen ans Herz legen.

Elly
von Maike Wetzel
Schockierend 20. August 2018
Die 11-jährige Elly verschwindet am Weg zu ihrem Judo-Trainung spurlos und lässt ihre 2 Jahre ältere Schwester Ines und ihre Eltern ratlos zurück. Trotz intensiver Suche und Bemühungen gibt es auch nach fast 4 Jahren keine Spur von ihr, doch das Leben der Familie hat sich unwiederbringlich verändert...

Dieses Buch wird aus verschiedenen Perspektiven in der direkten Rede erzählt, sodass nicht nur jedes Familienmitglied zu Wort kommt, sondern man als Leser sogar das Gefühl hat direkt vom Erzählenden angesprochen zu werden. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen und macht das Buch für mich einzigartig.

Die Sprache ist einfach und knapp gehalten, was die beklemmende Situation meiner Meinung nach noch unterstreicht. Trotzdem unterscheiden sich die einzelnen Personen in ihrer Sprache stark, was wirklich authentisch wirkt.

Extrem beeindruckend war für mich aber überdies die psychologischen Konstruktion dieses Buches, die einige menschliche Abgründe andeutet. Die Geschichte ist schockierend, fesselnd und hat mir genug Raum für Spekulationen gegeben. Für mich war das Buch nahezu perfekt und hat mich von der ersten Seite an gepackt!
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