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Buchhandlung Neugebauer

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Eine fast perfekte Welt

Eine fast perfekte Welt

Roman | Milena Agus

Hardcover
2020 Dtv
208 Seiten; 219 mm x 143 mm
ISBN: 978-3-423-28211-6

(10 Rezensionen) - Rezension verfassen


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Besprechung
"'Eine fast perfekte Welt' überzeugt mit einer starken jungen Frau, der Sehnsucht nach Liebe und Freiheit und der rauen Schönheit Sardiniens."
Für Sie 05.02.2020

Kurztext / Annotation
Jeder hat die Chance auf ein erfülltes Leben.

Langtext
Wie wird man glücklich in einer Welt, die nicht perfekt ist?

Als Ester noch in Genua lebte, sehnte sie sich nach Sardinien zurück. Nach der wilden, steinigen Landschaft und dem ursprünglichen Leben im Dorf. Nun ist sie zurück in ihrer Heimat, doch die Sehnsucht ist geblieben. Ihrer Tochter Felicita soll es da besser ergehen - und tatsächlich findet sie ihr Glück. Im bunten Hafenviertel von Cagliari fertigt sie Schmuck aus Weggeworfenen und zieht ihren Sohn Gregorio groß - dem das Leben seiner Mutter bald zu eng wird.

Poetisch und berührend erzählt Milena Agus von drei Generationen einer sardischen Familie und davon, dass wir alle Voraussetzungen für ein erfülltes Leben in uns tragen.

Agus, Milena
Milena Agus wurde 1959 als Kind sardischer Eltern in Genua geboren. Heute lebt sie in Cagliari auf Sardinien. Ihr Weltbestseller 'Die Frau im Mond' (2007) wurde 2016 mit Marion Cotillard verfilmt.


Interessante Ansichten 02. Februar 2020
von Lea
"Eine fast perfekte Welt" erzählt von drei Generationen einer Familie aus Sardinien, die sich auch in die Welt raus wagen. Das Buch ist gut, keine Frage, aber leider ist bei mir nicht ganz so viel hängen geblieben, es hat mich nicht ganz so mitgerissen. Deswegen gebe ich drei Sterne.
Das Buch beginnt mit Ester, die auf ihren Verlobten wartet und schließlich mit ihm nach Genua geht. Da kommt die Sehnsucht nach Sardinien auf. Als sie dann jedoch wieder mit Tochter Felicita auf die Insel zurückkehren, wird diese Sehnsucht nicht gestellt. Mit Felicita geht es weiter, die ungeplant schwanger wird, aber damit gut zu Recht kommt. Gregorio, ihr Sohn, wird schließlich Pianist und wandert nach New York aus.
Die Geschichte bringt gut die Sehnsüchte und Leben der Menschen herüber und beschreibt auch gut Italien zu der damaligen Zeit. Die Zeitübergänge zwischen den verschiedenen Generationen gehen fließend, da stört man sich überhaupt nicht dran, sondern fließt einfach mit.
Das Buch hat zwar die drei Hauptfiguren, erzählt aber auch aus der Sicht von vielen anderen Charakteren. Das macht die Geschichte sehr unterhaltsam und erlaubt viele andere kleine Geschichten und Perspektiven. Die Charaktere fand ich gut gestaltet, sie haben alle ihre Eigenheiten und sind nah am Leben.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch kann man schnell lesen. Jetzt ist es aber schon ein bisschen her und ich muss ehrlich sagen, ich habe den Großteil der Geschichte nicht mehr vor Augen. Irgendein wirklich fesselndes Element hat mir gefehlt. Trotzdem würde ich das Buch für Literatur-Leser weiterempfehlen.
Perfekt ist Ansichtssache 27. Januar 2020
von *RC*
?Eine fast perfekte Welt? ist ein melancholisch schöner und zum Nachdenken anregender Roman, über ein Gefühl und den Wunsch, es 'perfekt' haben zu wollen. Wie kommen wir dahin und was können wir dafür tun?
Auf 205 Seiten, aufgeteilt in 50 kurze Kapitel, werden wir in eine sardische Familiengeschichte entführt, die drei Generationen umfasst. Sie beginnt mit dem Ende des zweiten Weltkrieges und endet in der Gegenwart.

Ester, die das Leben in ihrem kleinen Ort auf Sardinien unerträglich findet, wartet den ganzen Krieg auf die Rückkehr ihres Verlobten Raffaele und darauf, dass er sie endlich heiratet und sie aus der Misere ihres öden Lebens rettet. Nach der Hochzeit gehen sie gemeinsam nach Genua, später nach Mailand. Die Zuversicht oder die Hoffnung, dass das Leben auf dem Festland besser wird, wird schnell getrübt. Auch hier bekommt sie keinen Fuß auf den Boden und hadert mit sich und der Welt. An allen und allem hat sie etwas auszusetzen. Überzeugt, dass eine Rückkehr nach Sardinien ? ihre Heimat - sie wieder aufleben lässt, bringt sie zum Entschluss, wieder zurückzukehren. Und wieder kann sie sich nicht einfinden, dass 'alte' Leben gibt ihr nichts, außer Grund zum Nörgeln.
(Da habe ich mich gefragt, wie man(n) mit einer Frau wie dieser zusammen sein kann....)

Lichtblick in der Geschichte ist für mich Felicita, die Tochter von Ester und Raffaele. Sie zeigt sich als genau das Gegenteil von Ester. Ich denke, sie wird in der Geschichte bewusst den Namen Felicita bekommen haben, denn ihr Name bedeutet ?die Glückliche?. Sie ist aufgeweckt, gutmütig, feinfühlig, geduldig und mutig und schafft es, sich mit sämtlichen Umständen zu arrangieren, ihnen meistens sogar etwas Positives abzugewinnen. Als sie ungewollt schwanger wird, eine Hochzeit mit dem Kindsvater ? einem aus guten, reichen Hause stammenden jungen Mann - aber nicht stattfindet, zieht sie alleine nach Cagliari und bekommt ein Zimmer bei einer alleinstehenden eigenbrödlerischen Frau namens Marianna. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich im Laufe der Zeit eine vertrauensvolle Freundschaft.

Felicita bringt einen Sohn zur Welt, den sie Gregorio nennt. Gregorio ist aber ein problematisches, Kind, das sich schwertut, sich in der Gemeinschaft mit anderen Kindern zurechtzufinden. Er wird zum Außenseiter, den fast alle Kinder meiden. Das einzige, was ihn interessiert ist die Musik, insbesondere das Klavierspielen. Und durch die Musik findet er zudem eine besondere Beziehung zu seinem Großvater Raffaele, der einst nach der Gefangenschaft und die Befreiung durch die Amerikaner die Liebe zum Jazz entdeckt hat. Auch wenn Felicita ein einfaches Leben führt ? sie verdient sich ihr Geld, indem sie aus Müll Haushaltsutensilien herstellt - unterstützt sie ihren Sohn und ermöglicht ihm, seinen Musiktraum zu erfüllen und lässt ihn nach New York (sein 'Gelobtes Land') ziehen.

Der Roman ist ein stiller und tiefsinniger, melancholischer Roman. Die Handlung ist nicht spektakulär, aber die Charaktere sind vielschichtig und gut gezeichnet. Ich konnte mich in jede Lage hinein versetzen, aber bewundert habe ich vor allem Felicita, die der Welt positiv gegenüber steht und sich nicht entmutigen lässt und es schafft, auf alle Leute zuzugehen, sie nimmt, wie sie sind. Ihre Herzlichkeit und ihr Optimismus sind auch Grund dafür, dass viele ihrer Mitmenschen von ihren verbohrten und festgetretenen Standpunkten heraustreten, über ihren Schatten springen und der Welt offener gegenüber treten.
Während nämlich die eher pessimistisch eingestellte Ester - egal wo sie ist - sich fragt, ?Wie schafft man es bloß, an einem Ort wie diesem zu leben?? (S. 55), ist Felicita optimistischer eingestellt und meint, ?dass es keinen Ort auf der Welt gibt, wo man sich nicht wohlfühlen kann? (S. 104).
Und diese Eigenschaft, die Felicita an den Tag legt ist für mich eine Aufforderung, mal den Blickwinkel auf die Welt anders zu richten, nicht immer nach was Besseren streben, sondern auch mal mit dem zufrieden sein, was ist.
Denn, wer immer sucht, kommt nie an!

Man sollte sich beim Lesen des Buches ruhig Zeit lassen und die Sätze, und die teils tiefsinnigen / bewegenden Dialoge wirken lassen. Die Geschichte hallt bei aller ?Ruhe? des Romans nach.
Poetisch 26. Januar 2020
von RE
Dieses schmale Bändchen hat es geschafft, mich völlig in diese Buchwelt versinken zu lassen und bei dieser Familiengeschichte über drei Generationen quasi "hautnah" dabei zu sein. Dies ist nicht nur der gelungenen Geschichte, sondern auch vor allem dem Schreibstil von Milena Agus geschuldet. Mit ihrer poetischen Schreibweise gelingt es ihr, Bilder in den Köpfen der Leser erstehen zu lassen, ein toller Umgang mit dem Medium Sprache. Und die Botschaft, die sie vermittelt, nämlich, dass ein jeder von uns alle Voraussetzungen in sich trägt, um ein erfülltes Leben zu führen. Ester und auch Felicia sind nicht zufrieden mit ihrem Leben, Esters viele Umzüge zeigen, dass sie sich eigentlich immer an einen anderen Ort wünscht. Ein Buch, das man in Ruhe genießen solle, um die tolle Sprache zu genießen.