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Buchhandlung Neugebauer

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Kretische Feindschaft

Kretische Feindschaft

Der erste Fall für Michalis Charisteas | Nikos Milonás

Taschenbuch
2019 Fischer Scherz
Auflage: 1. Auflage
400 Seiten; 215 mm x 136 mm
ISBN: 978-3-651-02580-6

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Besprechung
Mir gefällt besonders gut die Mischung aus einer sehr spannenden und bis zur letzten Seite unklaren Krimihandlung und Michalis Familiengeschichte. Sabine Abel Bayerischer Rundfunk 20190503

Langtext
Frühling auf Kreta - Vor der Hafenstadt Chania blühen die Olivenbäume, doch ganz in der Nähe bricht eine alte Fehde wieder auf ...

Wenn Kommissar Michalis Charisteas morgens vor der Arbeit seinen ersten Ellinikos trinkt und dabei den Blick auf den malerischen venezianischen Hafen seiner Heimatstadt Chania genießt, kann er sich nicht vorstellen, an einem anderen Fleck der Erde zu leben. Die Touristen schlafen noch, von den Bergen weht der Duft von Thymian, Oleander und den blühenden Olivenbäumen herüber und vom Meer der Geruch von Salz und Muscheln.

Alles wäre perfekt, könnte in diesem Moment seine Freundin Hannah bei ihm sein. Aber Hannah ist Deutsche und kommt nur alle paar Monate nach Kreta, was für Michalis und seine große Familie jedes Mal ein besonderes Ereignis ist und alle in helle Vorfreude versetzt.

So auch an diesem Tag Ende April. Doch noch bevor Michalis Hannah am Nachmittag am Flughafen in die Arme schließen kann, steckt er mitten in einem neuen Fall. Der Bürgermeister des Nachbarorts wird vermisst und kurz darauf tot in einem Autowrack an der Felsenküste gefunden. Ein Unfall, wie die örtliche Polizei schnell feststellt. Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen gibt sich Michalis nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden. Bei seinen nicht immer ganz offiziellen Ermittlungen stößt er auf alte Feindschaften, die weitere Opfer fordern werden ...

Der erste Fall für Kommissar Michalis Charisteas

Milonás, Nikos
Nikos Milonás alias Frank D. Müller hat sich bereits im jungen Alter von 17 Jahren bei seiner ersten Kreta-Reise in die Mittelmeerinsel verliebt. Aus einem kühlen norddeutschen Sommer kommend, war er überwältigt, als er vom Schiff aus die Küste zu Gesicht bekam und der intensive Duft von wildem Thymian übers Meer zu ihm herüberwehte. Seither verbringt er so viel Zeit wie möglich auf Kreta und hat Land und Leute fest ins Herz geschlossen. In seinem deutschen Leben wohnt der gebürtige Hamburger mittlerweile in München, arbeitet als Regieassistent und Dokumentarfilmer und ist (Co-)Autor diverser TV-Sendungen (u.a. »München 7«). »Kretische Feindschaft« ist sein erster Krimi und der erste Fall für Kommissar Michalis Charisteas.


Gelungener Auftakt mit einem sehr sympathischen Kommissar 24. Juni 2019
Der Bürgermeister der kleinen kretischen Stadt Kolymbari ist verschwunden. Als Stelios Karathonos kurze Zeit später tot in seinem Wagen, abgestürzt an einer Steilküste, aufgefunden wird, sieht alles nach einem Unfall aus. Nur der junge Kommissar Michalis Charisteas glaubt nicht daran. Sein Gefühl sagt ihm, dass hier mehr dahinter steckt und will anfangen zu ermitteln. Da kommt von ganz oben der Befehl, die Ermittlungen abzubrechen. Doch dann gibt es einen weiteren Toten?


Kommissar Michaelis Charisteas ermittelt zusammen mit seinem ihm vorgesetzten Partner Pavlos Koronaios in ihrer Heimatstadt Chania auf Kreta. Ihn habe ich sofort ins Herz geschlossen, wegen seines unerschütterlichen Glaubens an das Gute, wegen seiner Herzlichkeit, seiner Familienverbundenheit und wegen seiner deutschen Freundin Hannah Weingarten, die in Berlin studiert und hier auf Kreta an ihrer Doktorarbeiter weiterarbeiten will. Nur haben die Zwei durch die sich zwischen zwei Familien entspinnende Fehde fast keine Zeit um sich nur um sich selbst zu kümmern. Und auch Michalis Familie würde Hannah gerne absolut unter Beschlag nehmen.

Ich finde, der Autor schafft eine so tolle Atmosphäre rund um die gesamte Familie Charisteas mit ihrer Taverne Athena, mit den vielen kretischen Gerichten, den Gerüchen, den Sitten und Gebräuchen, den kleinen Ausflügen in die Umgebung, dass ich mich gleich wie mittendrin fühle. Ich liebe die griechische Gastfreundschaft, die hier immer wieder zelebriert wird und einfach ihren ganz eigenen Flair hat.
Überhaupt nimmt die Familie und auch Hannah einen sehr großen Raum ein. Aber klar, sie müssen vorgestellt und ?sichtbar? gemacht werden. Besonders die wuselige Mama Loukia hatte ich immer wieder vor Augen. Einfach zum in den Arm nehmen und zum knuddeln, manchmal aber auch ein bisserl anstrengend.

Gerade der Zusammenhalt in Michalis Familie steht im krassen Gegensatz zu zwei Familien, wo gerade eine Fehde ausgebrochen ist und sie sich anscheinend alle gegenseitig umbringen wollen. Diese totalen Gegensätze finde ich sehr interessant zu lesen.

Eben diese beiden Familien stehen im Fokus dieses Kriminalfalles, der sich in einige Fälle ausweitet. Sehr spannend gemacht. Besonders die Auflösung des Falles hat mir gefallen und sich für mich durchaus realistisch dargestellt.

Eine gelungene Premiere für Michalis Charisteas, seiner Hannah und seiner gesamten Familie, die ich sehr gerne noch intensiver kennenlernen möchte. Ein spannender Kriminalfall, interessante Protagonisten und auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Bitte mehr davon!
Toller, undurchsichtiger erster Fall für Michalis Charisteas 13. Mai 2019
Ich mag Krimis, die in Griechenland spielen - es gibt nur so wenige davon. Deshalb freute ich mich, als ich von diesem neuen Kriminalroman aus dem Fischer Verlag hörte.

Der Ermittler dieser Serie ist der 30jährige Kommissar Michalis Charisteas. Er ist auf Kreta aufgewachsen, seine ganze Familie lebt hier. Nach einigen Jahren in Athen kehrte er wieder zurück und arbeitet nun in Chania unter seinem Onkel Jorgos, dem Leiter der Mordkommission.

Zu Michalis Team gehört Assistentin Myrta, IT-Spezialist Christos und Pavlos Koronaios, sein Partner. Die zwei ergänzen sich gut, auch wenn das nicht immer sichtbar ist. Michalis hat den ultimativen Riecher wenn etwas faul ist, ist ruhig und hat den Überblick. Koronaios ist der forsche Typ, der sich öfters ärgert über angeblich unwissende Zeugen, aber auch wenn Michalis mal wieder das Gefühl hat, dass an der Situation was nicht stimmt; insgeheim bewundert er ihn dafür.

Dieses unstimmige Gefühl hat Michalis, als sie aufgeboten werden, den verschwundenen Bürgermeister von Kolymbari zu suchen. Die Kollegen vor Ort nerven sich über die Einmischung, die vom Gouverneur der Insel angeordnet wurde. Koronaios ist selbst nicht begeistert, denn es kam öfters vor, dass Bürgermeister Stellos mal für einen Tag verschwand und dessen Frau Fehlalarm auslöste. Doch dieses Mal ist Michalis sich sicher, dass etwas passiert sein muss. Erst recht, als am Tag darauf Stellos in seinem Wagen an einem Felsvorsprung aufgefunden wird und das Team vor Ort die Spurensicherung nicht aufbietet und das Ganze als Unfall betitelt. Michalis legt sich mit Jorgos und dem Polizeivorsteher an, die den Fall abschliessen. Was Michalis nur noch mehr motiviert auf eigene Faust zu ermitteln.

Doch der Zeitpunkt ist äussert schlecht. Denn seine deutsche Freundin Hanna landet am Tag als Stellos vermisst wird in Heraklion. Die ganze Charisteas-Familie - bestehend aus den Eltern Loukia und Takis, Bruder Sotiris und Schwester Elena - sie alle rufen alle paar Stunden an und fragen nach, ob er es schafft sie abzuholen. Und als sie dann endlich da ist, haben die zwei kaum eine ruhige Minute vor lauter Familie. Die erst noch nicht versteht, wieso Hannah in Ruhe in ihrem Zimmer arbeiten will und dies nicht unten in der Taverna tut. Aber Hannah ist sympathisch, selbstständig und weiss die Griechen zu nehmen, was für viele Schmunzler sorgt.

Familie ist das Top-Thema in "Kretische Feindschaft" - privat und auch in Michaelis aktuellem Fall. Ich kann mir vorstellen, dass das Thema für einige Leser zu ausführlich behandelt wird. Doch das braucht es, einerseits ist Familie für Griechen wichtig und dann ist es der erste Teil einer Serie, in dem üblicherweise alle Beteiligten vorgestellt werden. Familie Charisteas mit ihrer Taverne im Hafen wird sicher auch in den weiteren Fällen eine grosse Rolle spielen. Andererseits ist es für den Fall interessant, dass eine funktionierende, gut miteinander arbeitende Familie charakterisiert wird und daneben eine Familiengemeinschaft gezeigt wird, die aufgrund vieler Geheimnisse ausser Kontrolle gerät.

So wie Michalis dargestellt wird - freundlich, aber stur wenns drauf ankommt und mit einem geschulten Auge für Details - freue ich mich auf weitere Fälle mit ihm und seinem Partner Koronaios.

Fazit: Der tolle Auftakt hat mich unterhalten und amüsiert, der Krimi gehört nicht nur in den Griechenland-Urlaub-Koffer gepackt. Neben viel Lokalkolorit und Raki erwartet den Leser auch einen spannenden, undurchsichtigen Fall.
5 Punkte.