Wir möchten Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie durch Klick auf „Mehr Informationen”

Buchhandlung Neugebauer

Suche

Miracle Creek

Miracle Creek

Roman | Angie Kim

Hardcover
2020 Hanserblau
512 Seiten; 209 mm x 136 mm
ISBN: 978-3-446-26630-8

(8 Rezensionen) - Rezension verfassen


€ 22,70

in den Warenkorb
  • versand- oder abholbereit in 48 Stunden
  • Versandkostenfrei (Österreich, ab 100 Euro)
Besprechung
"Gerichtsdrama, Einwanderungsroman, Milieustudie über Mütter behinderter Kinder: Ein kluges, wendungsreiches Debüt." Tobias Gohlis/FAZ-DLF Krimibestenliste, Mai 2020

"Angie Kim erzählt sehr fein und psychologisch spannend. Bemerkenswert ist die Empathie, die Angie Kim für ihre Figuren aufbringt. Sie haben sich verfangen in ihren jeweiligen kleinen Lügen und falschen Entscheidungen. Nach und nach wird ein kompliziertes, verstricktes Netz aus Kleinigkeiten enttarnt, die die für sich genommen vollkommen belanglos waren, jedoch zu der Explosion beigetragen haben. Dieser feine, detailvolle Aufbau des Romans und der Wechsel der Perspektiven erlaubt es Kim, vielschichtig und facettenreich über komplexe Themen wie Einwanderung und Mutterschaft zu schreiben." Sonja Hartl, Deutschlandfunk Kultur, 15.05.2

"Angie Kim hat mit 'Miracle Creek' ein starkes Debüt vorgelegt, das viel mehr ist als nur ein spannender Justizthriller." Mirjam Marits, Die Presse am Sonntag, 03.05.20

"Angie Kim glückt mit ihrem Debütroman ein imposanter Doppelschlag. Sie schuf einen raffinierten Justiz-Thriller auf literarisch höchstem Niveau. Ihr Debütroman erfüllt alle Erwartungen, die man in einen subtilen, raffiniert und spannenden Justiz-Thriller setzen darf, zudem ist "Miracle Creek" aber eine ebenso berührende wie erschütternde Familiengeschichte und über die Verwandlung eines amerikanischen Traums in mehrere Albträume. Eine soghafte, emotionsreiche Story, reich an Entlarvungen, falschen Fährten. "Miracle Creek" lässt konventionelle Gerichts-Thriller weit hinter sich, nicht zuletzt durch die imposanten erzählerischen und sprachlichen Qualitäten einer herausragenden Autorin, die vor allem den Vorurteilen den Prozess macht. Unbedingt lesenswert." Dr. Werner Krause, kleinezeitung.at, 24.04.20

"Ein superspannender, psychologisch fein gesponnener Roman." Ulrike Wolz, Süddeutsche Zeitung (Ebersberg) 16.04.20

"Ein außergewöhnlich gut durchdachtes Romandebüt. Der Gerichtssaal wird zum Schauplatz zwischen Vernunft und Emotion. Hat Kim es geschafft, erste Zweifel zu säen, verstärkt sie diese, indem sie beginnt, abseits der Verhandlung die Persönlichkeit einzelner Figuren aufzudröseln. So weitet sich der Fall eines Verbrechens zum Panorama einer Gesellschaft der Verbohrten und Heimlichtuer. Wäre der Roman ein Medikament, würde der Beipackzettel davor warnen, dass er Ihnen die Augen öffnen könnte. Genau dafür gibt es Literatur." Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 09.05.20

"Spannendes Debüt mit vielen Facetten: 'Miracle Creek' ist Gerichtsthriller und tragische Sozialstudio zugleich." Tanja Ochs, Heilbronner Stimme, 09.05.20

"Die Wahrheit aber ist so überraschend wie tragisch. Starkes Debüt der südkoreanischen Autorin." Roswitha Glawe, Münchner Merkur, 18.04.20

"Welches Prädikat man 'Miracle Creek' von Angie Kim auch überstülpt - Krimi, Gerichtsdrama, Gesellschafts- oder Familienroman - alles trifft zu. Es ist ein ambitioniertes Buch. Aber es funktioniert, und das ist eine von vielen Überraschungen bei diesem Debüt. Kim zeigt die Menschen hinter Taten, die oft ganz klein sind, aber in ihrem Zusammenspiel eine verheerende Wirkung entfalten." Roana Brogsitter, BR 5 aktuell, 30.04.20

"Was das Buch so ungewöhnlich macht, ist, dass Kim in einem veritablen Spannungsroman drei durchaus heikle Themen scheinbar mühelos, sensibel und differenziert unterbringt: Das eine ist das Leben mit einem behinderten Kind, das andere die Selbstverständlichkeit, mit der Männer das Sagen haben wollen, das dritte der Rassismus, dem Migranten begegnen. " Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 07.05.20

"Angie Kim überrascht in ihrem Debüt mit zahlreichen faszinierenden Wendungen." Franziska Trost, Kronen Zeitung (A), 18.04.20

"Packend und tiefgründig. Die Autorin legt viele Fährten und hält die Spannung in ihrem geschickt komponierten Justiz-Thriller bis zur letzten Seite auf recht." Babina Cathomen, Kulturt

Langtext
Wie weit würden wir gehen, um unsere schamvollsten Geheimnisse zu bewahren? "Mit durchdringender Menschenkenntnis führt Angie Kim tief in das Innenleben ihrer Charaktere." (Los Angeles Times)

In der Kleinstadt Miracle Creek in Virginia geht ein Sauerstofftank in Flammen auf. Zwei Menschen sterben - Kitt, die eine Familie mit fünf Kindern zurücklässt, und Henry, ein achtjähriger Junge. Im Prozess wegen Brandstiftung und Mord sitzt Henrys Mutter Elizabeth auf der Anklagebank. Und die Beweise sind erdrückend. Hat sie ihren eigenen Sohn ermordet? Während ihre Freunde, Verwandten und Bekannten gegen sie aussagen, wird klar: In Miracle Creek hat jeder etwas zu verbergen.

Kim, Angie
Angie Kim wurde in Südkorea geboren und kam als Teenager nach Baltimore. Sie studierte Jura in Stanford und Harvard und arbeitete als Anwältin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Virginia. Einer ihrer Söhne war jahrelang in Sauerstofftherapie. Miracle Creek ist ihr erster Roman.

Heimburger, Marieke
Marieke Heimburger, 1972 in Tokio geboren, studierte in Düsseldorf "Literaturübersetzen" für Englisch und Spanisch. Seit 1998 übersetzt sie aus dem Englischen, seit 2010 auch aus dem Dänischen.


Das Richtige zu tun, ist nicht nichts 31. Mai 2020
?Roman? steht auf dem Cover und doch ist dieses wunderbare Buch zum Teil ein wahrer Gerichts- und Gerechtigkeits-Krimi. Wenn Menschen ums Leben kommen und die Umstände nicht ganz eindeutig sind, sind wir es gewohnt, den oder die Schuldige oder die Schuldigen zu suchen, zu finden und zu verurteilen.

Metaphorisch wie auch rechtlich. Angie Kim, die in diesem Buch ihr Wissen als ehemalige Anwältin einfließen lässt, zeigt auf, dass das nicht immer so einfach ist. Was, wenn spezielle Umstände zum Unglück geführt haben? Wenn die Verkettung dieser so stark, so unaufhaltsam war, dass niemand das Ergebnis kommen sah?

In ?Miracle Creek? wird zwar offiziell nur einer Person der Prozess gemacht, aber als Leser erfährt man aus mehreren Perspektiven, von mehreren Beteiligten wie sie den Schicksalstag erlebt haben und auch die Tage davor. Plötzlich scheint jeder verdächtig, denn jeder verbirgt seinen Teil der Wahrheit und versucht, sich undurchsichtig zu geben um nur ja heil aus der Sache herauszukommen.

Menschliche Abgründe und Eitelkeiten, die psychischen Qualen die jeder für sich erleidet, werden schonungslos offengelegt (nur nicht dem Gericht gegenüber). Wird am Ende aber doch noch jemand das Richtige tun?
Emotionale Verflechtung von Ereignissen 26. Mai 2020
Die Autorin Angie Kim hat ihrem Roman den Namen ?Miracle Creek? gegeben. Wer jetzt bei einem Wunder an eine aufmunternde und vielleicht fröhlich stimmende Geschichte denkt, der wird von dem Buch wohl eher enttäuscht werden. Aber das verrät einem vielleicht auch schon der Klappentext des Romans. Es geht um ein Unglück, ein Mordprozess wird geführt ? und im Mittelpunkt des Romans steht die Frage, ob Elizabeth, die des Mordes bezichtigt wird, wirklich ihren eigenen Sohn umbringen wollte und damit auch den Tod weiterer Menschen in Kauf nahm.
Aber das ist nicht das einzige Element der Geschichte. Die Autorin webt ein komplexes Konstrukt aus menschlichen Dramen. Da ist die koreanische Einwandererfamilie, die im weitesten Sinne an dem festhält, was man als den ?American Dream? bezeichnen könnte ? die Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA. Da ist ein Ehepaar, das Probleme hat und ein Ehemann, der sich etwas Unverzeihliches zuschulden kommen lässt. Und da ist die Frage, ob Elizabeth ihr von den Bedürfnissen ihres Sohnes bestimmtes Leben satt hatte und ein absolut unverzeihliches Verbrechen begangen hat, um dieses Leben zu ändern.
Im Wechsel und aus verschiedenen Perspektiven entfaltet sich die Geschichte vor den Augen des Lesers. Stück für Stück kommt eine tragische und schockierende Wahrheit ans Licht ? geschickt und absolut mitreißend erzählt von Angie Kim. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und vermittelt eindringlich die Emotionen, die in den einzelnen Protagonisten toben. Auch wenn man von einigen Entwicklungen sicher mehr schockiert ist, als von anderen und für manche Protagonisten weniger Verständnis hat als für andere ? die Geschichte fesselt den Leser definitiv.
Allerdings war mir die Auflösung und das Ende ein wenig zu kurz abgehandelt ? die Entwicklungen ganz zum Schluss wurden nicht mehr detailliert abgehandelt, sondern eher zusammengefasst. Mir hat da ein bisschen mehr gefehlt, sodass ich insgesamt auf eine Bewertung mit vier von fünf möglichen Sternen komme und mich auf jeden Fall auf weitere Werke der Autorin freue.
Alles ist anders 20. April 2020
Auch wenn das Jahr noch jung ist, kann ich eines mit Bestimmtheit sagen. Angie Kims Debütroman "Miracle Creek" wird eines meiner diesjährigen Lesehighlights sein.

Der Plot ist schnell erzählt. Eine koreanische Einwanderfamilie betreibt im verschlafenen Dorf Miracle Creek eine HBO-Anlage. Diese Überdruckkammer wird zur Therapie u.a. bei Autismus eingesetzt. Eines Tages passiert dort ein folgenschweres Unglück. Durch einen Brand explodiert ein Sauerstofftank. Zwei Menschen sterben. Elizabeth, die Mutter des achtjährigen Henry, eines der Opfer, wird angeklagt, den Brand absichtlich gelegt zu haben.

Ich kann es eigentlich gar nicht richtig fassen, nicht benennen, warum mich dieser Roman so fasziniert.

Der Schreibstil der koreanischstämmigen Autorin ist sehr vielschichtig. Nüchtern, prägnant, einprägsam. Aber dann doch wieder fast poetisch und leicht. Man liest und ist schnell gefangen, will nicht mehr aufhören. Der permanente Perspektivenwechsel tut sein übriges. Jeder Abschnitt wird von einem der Protagonisten erzählt. Dabei schildert jede/r seine ganz eigene Sicht auf das Erlebte. Kleine und größere Lügen kommen zum Vorschein. Jeder hat seine eigenen Wahrheiten. Jeder hat einen Grund für seine Entscheidungen und bringt dadurch das Fass zum überlaufen. Es ist wie bei einem Dominoeffekt, einmal losgetreten, kann man es nicht mehr stoppen.

Das Buch hat so viele Facetten, dass man es nur schlecht einordnen kann. Eins ist es auf jeden Fall. Eine interessant, spannende Milieustudie, wie sie nur ein Einwanderland, wie Amerika, hervorbringen kann.