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Buchhandlung Neugebauer

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Long Bright River

Long Bright River

Roman | Liz Moore

Hardcover
2020 Beck
Auflage: 2. Aufl.
413 Seiten; 221 mm x 144 mm
ISBN: 978-3-406-74884-4

(3 Rezensionen) - Rezension verfassen


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Besprechung
"Als Thriller spannend, als Familienporträt dramatisch und als Stadtteil-Psychogramm erschütternd - eine echte Leseempfehlung."
n-tv.de Katja Sembritzki

"Fulminanter Roman (...)Besonders beeindruckend ist die Kulisse. Liz Moore beschreibt schonungslos, vor welchen Herausforderungen die amerikanische Gesellschaft angesichts eines massiven Drogenproblems steht."
Goslarsche Zeitung

"Liz Moore malt in ihrem exzellenten Roman "Long Bright River", der mehr Sozialdrama als Polizeiroman ist, ein großes, komplexes Frauenporträt, dem sie enorme Tiefe gibt, indem sie den Hintergrund, die Beziehungen, das Umfeld immer mächtiger und schwergewichtiger werden lässt."
Berliner Zeitung, Günther Grosser

"(Moore) zeichnet Charaktere, die den Leser berühren und ihn auch noch nicht loslassen, wenn er das Buch aus der Hand gelegt hat."
Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Joachim Zießler

"Packend!"
Bild der Frau"

'Long Bright River' ist Krimi und Gesellschaftsroman, vor allem aber eine ausführliche psychologische Studie seiner Hauptfigur."
Süddeutsche Zeitung, Nicolas Freund

"Wochenlang fand sich der Genre-Bastard aus Thriller, Familienroman und Reportage in den US-Bestsellerlisten. (...) Für alle, die sich nicht in Lala-Unterhaltung flüchten, sondern sich für Familiendynamiken interessieren. Für Krimi-Fans. Und für Freunde von (unerwarteten) Happy Endings."
Focus Buchtipp

"Ein hoch emotionales Familiendrama (...) Moore baut ihren Roman geschickt auf, sie erzählt packend und aufwühlend. Ihre sprachliche Kraft und der einfühlsame Blick auf das Leben einer Polizistin machen 'Long Bright River' zu einem aus dem Genre hinausragenden Roman."
perlentaucher.de, Thekla Dannenberg

"(... )nur den Verhältnissen auf der Straße verpflichtet entsteht ein ernüchterndes Panorama der Stadt der brüderlichen Liebe, dem es gelingt, die Balance zwischen zolaschem Sozialdrama und wambaughschem Police Procedural zu halten."
Rolling Stone, Gunter Blank

"Liz Moore erzählt (...) von zwei ungleichen Schwestern, die im White-Trash-Milieu Philadelphias aufwachsen und sich dort gegen Armut und Männergewalt zu behaupten versuchen."
Brigitte Woman

"Ein herzerwärmender, ein sehr persönlicher Roman (...) ein großer Wurf."
RBB Radio Eins, Christian Koch

"So still und eindringlich und zugleich hoffnungslos wie in "Long Bright River" sind die Folgen der amerikanischen Opioidkrise noch in keinem Roman geschildert worden."
Deutschlandfunk Kultur, Kolja Mensing

"Ein sensibles, emotional aufwühlendes Porträt der Fitzpatrick-Schwestern, das Psychogramm einer dysfunktionalen Familie und ein atmosphärisch dichtes Großstadtpanorama der amerikanischen Gesellschaft."
Die Presse, Thomas Vieregge

"Ein großartiger feministischer Cop-Thriller."
Buch-Haltung.com, Marius Müller

"Auch ein Krimi für Nicht-Krimi-Leser (...) ich bin restlos begeistert."
hr2 Kultur, Nicole Abraham

"Ein eindrucksvoller Beleg über die Dimension erstklassiger Kriminalliteratur."
Kleine Zeitung, Werner Krause

"Es ist Gesellschaftsportrait; mitreißende, vielschichtige Familiengeschichte; Milieustudie, die bewegt und mitnimmt, nicht analysiert oder anklagt."
Generalanzeiger, Wolfgang Pichler

"Liz Moores Roman gehört zum Besten, was die Kriminalliteratur in den vergangenen Jahren zu bieten hatte."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Spanke

"Ein Buch von emotionaler Wucht."
SPIEGEL, Marcus Müntefering

"Eindrücklich zeigt der Roman die Versehrtheit und Versehrbarkeit individueller Körper, Biografien und Beziehungen. Er zeigt außerdem - das ist Liz Moores weit über die Dimension eines Krimis hinausreichendes Verdienst - das Ausmaß der [Opioid-]Krise in diesem Stadtteil am Delaware."
Neue Zürcher Zeitung, Simone von Büren

"Ein sensibles, mitreißendes und zugleich spannendes Porträt einer dysfunktionalen Familie. Moore ist eine sehr feinsinnige und scharfe Beobachterin sozialer Milieus. Sie hat das zu L

Langtext
Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht.
Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise.

Liz Moore, geboren 1983, hat zunächst als Musikerin in New York gearbeitet und anschließend begonnen Romane zu schreiben. "Long Bright River" ist ihr vierter Roman, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Liz Moore hat für ihre Romane u. a. den Rome Prize erhalten. Sie lebt mit ihrer Familie in Philadelphia.

Ulrike Wasel und Klaus Timmermann arbeiten seit Jahrzehnten als Übersetzer in Düsseldorf.


Pageturner 05. Februar 2020
Klappentext:



"Die Streifenpolizistin Mickey hat seit fünf Jahren nicht mehr mir ihrer Schwester Kacey gesprochen, über die sie dennoch wacht in ihrem Viertel in Philadelphia. Die drogenabhängige Kacey geht anschaffen auf den Straßen ihres Blocks, aber eines Tages ist sie verschwunden. Gleichzeitig häufen sich die Morde an jungen Prostituierten. Als sich Mickey auf die Suche nach hier Schwester macht, gerät sie selbst in große Gefahr."





Meine Meinung:



Bei diesem Buch handelt es sich nicht einfach nur um einen Kriminalroman, nein es ist Familiendrama und Gesellschaftsporträt zugleich.



Ich konnte das Buch schwerlich aus der Hand legen, es war ein richtiger Pageturner trotz dessen, dass der Schreibstil doch eher nüchtern ist. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin mit ihrem eher ruhigem Schreibstil eine gewisse Spannung hervorzuheben, so dass man immer weiter lesen möchte.



Mich konnte die Geschichte um Mickey und Kacey schwer begeistern, aber auch schwer erschüttern. Ich möchte an dieser Stelle aber gar nicht zu viel verraten...



Die Geschichte wird aus Mickeys Sicht erzählt. Die Kapitel Wechsel sich kontinuierlich in einem "Jetzt" und ein "Damals" ab. Der Leser kann der Geschichte an sich sehr gut folgen und darf immer mehr darüber erfahren, warum Mickey zu der Person geworden ist, die sie heute ist. Aber auch ihre Schwester wird sehr gut dargestellt. Der Autorin gelingt es eins stimmiges Bild der kompletten Geschichte zu erzählen. Keine Frage bleibt am Ende offen. Auch sind überraschende Wendungen enthalten, die das Buch nicht langweilig werden lassen.



Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und würde es wärmstens empfehlen, da es einfach sehr facettenreich ist und für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte.





Fazit:



Klare Leseempfehlung. Erschütternd authentisch.
Long Bright River 03. Februar 2020
von dorli
In ihrem Roman ?Long Bright River? nimmt Liz Moore den Leser mit nach Kensington, einem Stadtteil der US-Metropole Philadelphia. Kensington ist ein Problembezirk. Die Kriminalitätsrate ist hoch, Drogenhandel und Prostitution sind hier Alltag und prägen das Stadtbild.

Hintergrund für diesen genauso bewegenden wie spannenden Roman ist die Opioidkrise in den USA ? eine gesellschaftliche Tragödie, die mittlerweile ein solches Ausmaß angenommen hat, dass sie als medizinischer Notstand gilt.

Die 33-jährige Streifenpolizistin Mickey ist in Kensington aufgewachsen. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Kacey wurde sie von ihrer Großmutter aufgezogen, einer verbitterten Frau, die nie über den Drogentod ihrer Tochter hinweggekommen ist und deshalb weder die Kraft noch den Willen hatte, ihren Enkelinnen die Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, die sie gebraucht hätten. Während die stille, fast schüchterne Mickey die Kurve kriegt, gerät die wilde, unternehmungslustige Kacey auf die schiefe Bahn. Sie nimmt Drogen, dealt und prostituiert sich.

Als Kinder und Jugendliche haben die Schwestern sich gegenseitig beschützt. Obwohl der Lebensweg der beiden so gänzlich unterschiedliche Richtungen eingeschlagen hat und sie seit Jahren nicht mehr miteinander reden, hat Mickey auch heute noch immer ein Auge auf Kacey, wenn sie auf Streife durch den Bezirk fährt. Als ein Serienmörder, der es auf Prostituierte abgesehen hat, in den Straßen Kensingtons sein Unwesen treibt und Kacey zeitgleich spurlos verschwindet, macht Mickey sich auf eine nicht ungefährliche Suche nach ihrer Schwester?

Liz Moore gewährt dem Leser durch die Augen der Streifenpolizistin und alleinerziehenden Mutter Mickey Einblick in eine Welt, die mit den verheerenden Auswirkungen von Drogenhandel und -konsum zu kämpfen hat und die Probleme nicht in den Griff kriegt. Die Autorin schildert dabei nicht nur die Trostlosigkeit des Viertels und die Perspektivlosigkeit und Resignation der Bevölkerung, sie vermittelt auch, woher die Probleme kommen und warum es für den Einzelnen so schwer ist, die ständige Abwärtsspirale zu stoppen und dem Elend zu entkommen.

Der Roman ist aber nicht nur ein mitreißendes Gesellschaftsporträt, sondern wird durch die verzweifelte Suche nach Kacey, den aufschlussreichen Rückblenden in die Kindheit und Jugend der Schwestern sowie Mickeys Spagat zwischen Berufsleben und dem Wunsch, ihrem kleinen Sohn ein liebevolles Zuhause zu bieten, gleichzeitig zu einer dramatischen Familiengeschichte.

Obwohl es sich bei diesem Roman nicht um einen Krimi handelt und die Ermittlungen in den Mordfällen nur eine untergeordnete Rolle spielen, ist für reichlich Spannung gesorgt, weil es Liz Moore gelingt, beim Leser den Eindruck zu erwecken, dass der Täter aus Mickeys Umfeld stammt und sie sich deshalb in ständiger Gefahr befindet.

?Long Bright River? hat mir sehr gut gefallen ? ein fesselnder, sehr tiefgründiger Roman, der mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Absolute Leseempfehlung.



Ein großartiger Roman, der zum Nachdenken anregt 30. Januar 2020
von Anja
Da die Schwestern Mickey und Kacey früh ihre Eltern verloren haben, mussten sie in der Obhut ihrer Großmutter aufwachsen. Diese hatte selten ein gutes Wort für die beiden und deshalb hat Mickey bereits als Kind Verantwortung für ihre jüngere Schwester übernommen. Mittlerweile sind beide erwachsen und haben sich sehr unterschiedlichen entwickelt. Mickey ist Streifenpolizistin und Kacey der Drogensucht verfallen. Um ihren Konsum zu finanzieren, geht sie anschaffen. Die beiden Schwestern, die früher unzerrtrennlich waren, sprechen seit ungefähr 5 Jahren kein Wort mehr miteinander. Dennoch hält Mickey bei ihren Streifenfahrten immer Ausschau nach Kacey und versucht insgeheim sie zu beschützen. Doch plötzlich ist Kacey verschwunden. Mickey setzt alle Hebel in Bewegung, um sie zu finden, denn ausgerechnet jetzt scheint ein Serienmörder umzugehen, der es auf drogensüchtige Frauen abgesehen hat.....

Der Schauplatz dieses Romans ist die Stadt Philadelphia. Durch die schwierigen Familienverhältnisse der beiden Schwestern, Kaceys Sucht und Mickeys Arbeit als Streifenpolizistin, bekommt man einen ungeschönten Einblick hinter die Fassade dieser Stadt und beobachtet eine Gesellschaft, die von der Wirtschafts- und Opiod-Krise stark beeinflusst wird. Liz Moore versteht es von der ersten Seite an, die Atmosphäre dieser Stadt zu vermitteln und in die Handlung einzubeziehen. Diese wird aus der Sicht von Mickey geschildert und wechselt zeitlich zwischen "jetzt" und "damals".

Mickeys und Kaceys Leben steht, vor der Hintergrundkulisse Philadelphias, im Zentrum des Geschehens. Sowohl der aktuelle Handlungsstrang, als auch die Rückblicke in die Vergangenheit, werden einfühlsam und geradezu bildgewaltig beschrieben, sodass man bereits nach kurzer Zeit mitten im Geschehen ist und fasziniert Mickeys Schilderungen folgt. Man bekommt eine Familiengeschichte präsentiert, die zum Nachdenken anregt. Auch wenn der Serienmörder, der offensichtlich im Viertel umgeht, der Aufhänger dieses Romans ist, steht der Krimianteil nicht zu sehr im Vordergrund. Diese Handlungsfäden sorgen zwar für zusätzliche Spannung, dennoch hat das Buch viel mehr zu bieten, als eine einfache Kriminalgeschichte. Liz Moore versteht es hervorragend, sowohl im Krimi- als auch im Familienanteil der Handlung durchgehend zu überzeugen. Denn es kommt zu einigen Wendungen, die überraschen und dafür sorgen, dass man geradezu in den Sog der Handlung gerissen wird und das Buch deshalb schon bald nicht mehr aus der Hand legen mag.

"Long Bright River" ist ein ganz besonderes Leseerlebnis, das nicht nur fesselnd erzählt wird, sondern zum Nachdenken anregt.